Unterricht auf der Intensivstation

Unterricht auf der Intensivstation

Schüler*innen der Intensivklasse

Die Krankheiten der Schülerinnen und Schüler reichen von Suizidalität, Drogenabhängigkeit, Adipositas, Anorexie, Schulverweigerung, Schulangst, gestörtes Sozialverhalten bis hin zu Psychosen. Einige Schülerinnen und Schüler befinden sich aufgrund eines Gerichtsbeschlusses auf der Station. Ziel des Aufenthaltes ist in vielen Fällen eine Krisenintervention.

Auswirkungen auf den Unterricht

Patientinnen und Patienten der Intensivstation werden in der Klasse der geschützten Intensivstation von einer Lehrkraft im Zeitraum von 8.10 Uhr bis 12.25 Uhr beschult.

Dieser geschlossene Bereich der Klinik verfügt über 10 Betten und sieht den Schutz der Patientinnen und Patienten vor Selbst- und Fremdgefährdung vor. Die Beschulbarkeit wird von den betreuenden Ärzt*innen festgestellt, angeordnet und mit der Lehrerin individuell abgesprochen.

Die sehr heterogene Zusammensetzung der Klasse und die zugrunde liegenden Erkrankungen bedingen einen engen Austausch mit der Station. Er findet in täglichen Übergabegesprächen sowohl vor als auch nach dem Unterricht statt. Die Unterrichtszeiten betragen je nach Belastbarkeit der Schülerinnen und Schüler von 15 Minuten bis hin zu 5 Unterrichtsstunden.

Die Dauer der Beschulung kann von einem Tag bis hin zu mehreren Wochen reichen. Falls es die Klassengrösse, die Vielfältigkeit der Schulstufen oder das Krankheitsbild verlangt, kann der Unterricht in Lerngruppen aufgeteilt werden.

Wie auch in anderen Klassen steht die Genesung im Vordergrund. Für die Schülerinnen und Schüler der Intensivstation ist es eine große Entlastung, dass der Unterricht ohne Druck statt findet. Es werden keine Tests oder Arbeiten geschrieben. Vielmehr wird an möglichen Wissenslücken gearbeitet. Unterrichtsstoff kann nachgeholt, wiederholt und gefestigt werden. Schülerinnen und Schüler, die aus verschiedensten Gründen lange der Schule fern blieben, haben hier die Möglichkeit, das „zur Schule gehen“ wieder zu erlernen.

Der Austausch der Stationslehrerin mit der Heimatschule ist ein wichtiger Bestandteil und kann durch unterrichtliche Absprachen dazu betragen, die Zeit in der Klasse so effektiv wie möglich zu nutzen.

Nach Verlegung auf eine offen geführte Station oder nach ihrer Entlassung werden die Schülerinnen und Schüler in anderen Klassen der Hilde-Domin-Schule im Hauptgebäude oder wieder in der Heimatschule beschult. In einigen Fällen kann auch eine neue Schule besucht werden.

In der Kleingruppe haben wir die Möglichkeit, Schüler und Schülerinnen mit besonders intensivem Förderbedarf außerhalb eines Klassenverbandes zu beschulen.

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